Es brauchte einige Jahre, bis sich Capcom erneut an ein Remake der Resident Evil Reihe wagte.

Mit dem Erscheinen des Gamecube von Nintendo, entschloss sich Capcom, exklusiv für diesen zu produzieren. So erschien das eigentlich für das Nintendo 64 geplante Resident Evil Zero für den Würfel, ebenso wie ein Remake des allerersten Resident Evil, welches von Fans hoch gelobt wurde, aber hinter den Erwartungen seitens Capcom zurückblieb. Die geplanten Remakes von Teil 2 und Nemesis wurden eingestellt und stattdessen gab es einfache Portierungen.

Erst 2019 erschien ein Remake des zweiten Teils, über 20 Jahre nach dem Original  und 17 Jahre nach dem ersten Remake.

Handlung

Leon S. Kennedy ist ein Polizeineuling des RPD, Er ist auf dem Weg nach Raccoon City, um seine Stelle anzutreten. Währenddessen ist Claire Redfield ebenso auf dem Weg in die Stadt, auf der Suche nach ihrem Bruder Chris, der verschwunden ist. Die beiden treffen sich an einer Tankstelle, wo sie zum ersten Mal einem Zombie begegnen.

Gemeinsam setzen sie die Reise in die Stadt fort, werden aber schnell wieder getrennt. Von jetzt an erlebt jeder sein eigenes Abenteuer, in der Hoffnung, der Stadt zu entkommen. Dabei treffen sie auch andere Menschen, während Claire Sherry trifft, die Tochter der Wissenschaftlers William Birkin, der für Umbrella den G-Virus erschaffen hat, trifft Leon auf Ada, die den G-Virus an sich bringen will.

Rezension

Zu Beginn des Spiels wählen wir entweder Leon oder Claire, der andere Charakter ist dann nur noch in Zwischensequenzen und beim Ende zu sehen, aber wir können mit dem sogenannten B-Szenario (wobei es hier 2. Durchgang heißt) auch diesen noch spielen. Das ergibt in Summe also 4 Spieldurchgänge, um alles überhaupt mal gesehen zu haben.

Die Handlung wurde größtenteils so beibehalten, was ein Pluspunkt ist. Leider hat man aber genau die Punkte ignoriert, die das Original zu einem der stärksten, wenn nicht dem besten, Spiel der Playstation-Ära machte. Die Abwechslung zwischen den Lösungswegen.

Im Original mussten beide Charaktere durch einen  Bereich, in dem ein riesiger Alligator sein Unwesen treibt. Hatte man im A Szenario diesen erledigt, war er in B nicht mehr dort, hat man ihn verschont, musste der zweite Charakter mit ihm fertig werden. Klingt logisch und war für 1998 richtig gut gelöst. Aber, im Remake gibt es diesen Punkt nicht – der Alligator tritt nur bei Leon auf, und dort in jedem Szenario.

Generell fühlt es sich nicht an, als wäre ein großer Unterschied zwischen den beiden Szenarien, bis auf kleine Details sind sie wirklich identisch. Leon bekommt es mit Mr. X zu tun, einem Tyrant in einem Trenchcoat mit Hut. Aber dieser verfolgt auch Claire. Ebenso darf sich Leon mit Birkin in verschiedenen Mutationen rumschlagen, der im Original eigentlich exklusiv für Claire war.

Resident Evil 2 Remake ( Xbox One)

Mit heutigen Möglichkeiten sollte es doch eigentlich möglich sein, zwei weitestgehend getrennte Wege zu finden, damals auf der PS1 gab es die Möglichkeit nicht, noch zusätzliche Gebäude bereitzustellen, so dass es logisch war, dass wir mit beiden Charakteren einen ähnlichen Weg gehen mussten. Aber heute? Wo Spiele mal eben 40 GB und mehr umfassen und sowieso nicht auf einen Datenträger passen, da hätte man doch so viel mehr aus dem Szenario machen können. Aber vielleicht wollte man die Fans dort auch nicht enttäuschen – was man dann aber eben doch gemacht hat, da wie gesagt die Wege noch identischer sind als im Original.

Optisch und Akustisch gibt es aber nichts zu meckern. Die Präsentation ist glatt, die 3rd Person Over the Shoulder Kamera ist genau richtig für ein paar vergnügliche Stunden im RPD und der Kanalisation. Auch die Rätsel, die teilweise aus dem Original stammen und teilweise neu sind, sind nicht zu schwer, aber auch nicht zu leicht. Notizen machen ist aber ratsam, wenn man beim zweiten Durchlauf nicht erneut die Lösung suchen will.

Die Modernisierung des Klassikers muss ich als gelungen bezeichnen, wenn auch nicht zu 100% – dafür wurde einfach zu viel vom Original weg- oder zusammengestrichen. Laune macht das Spiel aber auf jeden Fall und für Neulinge im Franchise ist es ein gelungener Einstieg, ohne angestaubte Spielmechaniken. Der Wiederspielfaktor ist alleine durch zahlreiche Herausforderungen gegeben, die uns nicht nur neue Waffen und Kleidung geben, sondern auch Unendliche Munition für alle Waffen im Spiel. Eigentlich ist ein Vergleich mit dem Original auch gemein, denn das Gameplay von damals ist heutzutage richtig angestaubt und eigentlich nur noch was für Nostalgiker und Komplett-Spieler. Für Neulinge im Franchise jedenfalls ein guter Einstieg in die „alte Geschichte“.

Bonusmissionen

Wie im Original gibt es auch hier den Modus The 4th Survivor, in dem man Hunk, einen Soldaten von Umbrella, auf seiner Flucht aus Raccoon City spielt und den härteren Modus The Tofu Survivor, welcher die gleiche Prämisse wie 4th Survivor hat, aber mit einem sehr geringem Arsenal an Waffen und Heilung wesentlich schwieriger ist.

Dazu gibt es noch einige Alternative Missionen, in denen man z.B. Kendo spielt oder den Polizisten aus der Tankstelle, meistens muss man dort einfach nur das Ziel erreichen, während neue Gegnertypen einem das Leben schwer machen.

Fazit

Capcom nennt seine neuen Remakes nicht umsonst ReImagination. Es ist teilweise auch schwierig, ein so altes Spiel, welches noch einem ganz anderen Spielprinzip folgt, so zu modernisieren, dass sich alle damit wohl fühlen. Die einen brauchen Zombies, die anderen eine offenere Welt, und die anderen finden, es muss Itemboxen geben, damit es ein gutes Spiel wird. Da gehe ich nicht mit, denn für mich muss das Spiel einfach gut sein und den Kern (Survival Horror) enthalten.

Info

 

 


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Marco Golüke
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